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Skitourenwerk
Sicherheit

Die Bindung ist der Teil, bei dem wir nicht sparen

Beim Ski entscheidet der Geschmack. Bei der Bindung entscheidet, ob ein Sturz mit einem blauen Fleck oder mit einem Kreuzbandriss endet.

Warum wir Bindungen nicht eingestellt verschicken

Der Auslösewert einer Bindung — der Z-Wert — hängt von fünf Angaben ab: Körpergröße, Gewicht, Alter, Länge der Schuhsohle und Fahrertyp. Die Zahl an der Skala zu drehen ist dabei der kleinste Teil. Ob die Bindung bei diesem Wert tatsächlich öffnet, zeigt nur ein Prüfgerät, das das Auslösemoment misst.

Dieses Gerät hat eine Fachwerkstatt, wir nicht. Deshalb montieren wir die Bindung — und eingestellt und geprüft wird sie dort, mit Ihrem Schuh.

Eine Bindung, die zu fest eingestellt ist, löst im Sturz nicht aus. Eine Bindung, die zu locker ist, öffnet mitten im Schwung. Beides ist gefährlich, und beides passiert nicht, weil jemand schlampig war, sondern weil eine Zahl fehlte.

Der Satz, der auf jeder unserer Produktseiten steht Die Bindung ist nicht eingestellt. Sie muss vor der ersten Fahrt von einer Fachwerkstatt auf den Fahrer eingestellt und geprüft werden.

Was Sie zur Fachwerkstatt mitbringen

  • Ski und Skischuhe. Die Einstellung gilt nur für genau diesen Schuh.
  • Ihre Angaben: Körpergröße, Gewicht, Alter und eine ehrliche Einschätzung, wie Sie fahren — eher vorsichtig, normal oder sportlich.

Jedes Sportgeschäft mit Skiwerkstatt und die meisten Skiverleihe machen das. Fragen Sie nach einem Prüfprotokoll: Darauf steht, welcher Wert eingestellt wurde.

Die Schuhsohlenlänge finden

Auf der Außenseite der Ferse steht eine dreistellige Zahl mit „mm“ dahinter, zum Beispiel 305. Das ist die Sohlenlänge. Schuhgröße 42 kann je nach Hersteller zwischen 290 und 315 Millimetern liegen — deshalb reicht die Schuhgröße nicht.

Pin-Bindung oder Rahmenbindung?

Das ist beim Tourenski die zweite große Entscheidung nach der Taillenbreite.

Pin-Bindung (Tech)Rahmenbindung
Gewicht je Paar300 bis 700 g1.800 bis 2.400 g
Aufstiegder Fuß dreht um zwei Stifte, sehr direkt und sparsamder ganze Rahmen wird mitgehoben, spürbar mühsamer
Abfahrtmit passendem Schuh voll alpin fahrbarfährt sich wie eine Pistenbindung
Schuhbraucht Einsätze an Zehe und Fersefunktioniert mit normalen Alpinschuhen
Sinnvoll füralle, die wirklich aufsteigenwer überwiegend im Skigebiet bleibt und nur gelegentlich fellt

Kurz gesagt: Wer Touren geht, will eine Pin-Bindung. Der Gewichtsunterschied von anderthalb Kilo pro Fuß über tausend Höhenmeter ist kein Detail. Unsere Komplettsets sind deshalb durchgehend mit Pin-Bindungen bestückt — ATK, Marker Alpinist, Fritschi Xenic, Dynafit.

Wann eine Bindung ausgemustert gehört

Bindungshersteller führen Listen, welche Modelle sie noch zur Prüfung und Einstellung freigeben. Was von dieser Liste fällt, darf eine Fachwerkstatt nicht mehr einstellen — nicht, weil sie es technisch nicht könnte, sondern weil die Federn nach zehn bis fünfzehn Jahren nicht mehr das tun, was auf der Skala steht.

Deshalb verkaufen wir keinen alten Ski mit einer Bindung, die nicht mehr freigegeben ist. Wo eine alte Bindung drauf war, haben wir sie ersetzt — das steht dann in der Artikelbeschreibung.

Häufige Fragen zur Bindung

Kann ich die Bindung selbst einstellen?
Verstellen können Sie sie mit einem Schraubendreher, ja. Prüfen können Sie sie nicht — dafür braucht es ein Messgerät, das das Auslösemoment misst. Eine Bindung, die laut Skala auf 7 steht, kann tatsächlich bei 5 oder bei 9 auslösen. Deshalb ist die Prüfung, nicht das Einstellen, der eigentliche Punkt.
Was ist der Z-Wert?
Der Zahlenwert auf der Skala von Vorder- und Fersenbacken. Er beschreibt, bei welchem Drehmoment die Bindung öffnet. Für einen Erwachsenen mittlerer Größe und Statur liegt er meist zwischen 5 und 8, bei Kindern zwischen 1,5 und 4. Wer sportlicher fährt, bekommt einen höheren Wert — deshalb steht der Fahrertyp mit in der Rechnung.
Warum bekommt ein Kind einen niedrigeren Wert?
Weil kindliche Knochen und Bänder weniger aushalten. Die Norm rechnet Kinder deshalb in eigenen Gewichtsklassen und mit einem Sicherheitsabschlag. Eine Kinderbindung, die auf Erwachsenenwerte gestellt ist, ist gefährlicher als gar keine.
Muss ich die Bindung jedes Jahr prüfen lassen?
Empfohlen wird es. Realistisch: mindestens dann, wenn sich Gewicht, Schuh oder Fahrweise geändert haben, nach einem harten Sturz, und wenn der Ski ein Jahr im Keller stand. Federn ermüden.
Montiert ihr auch eine Bindung, die ich selbst mitbringe?
Ja, wenn der Hersteller sie noch freigibt und eine Bohrschablone existiert. Schicken Sie Ski und Bindung zusammen ein. Einstellen lassen müssen Sie sie danach in einer Fachwerkstatt.